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Die 10 schönsten Wasserfälle in Australien

Wallaman Falls, Queensland, Australia
Photo: Cadence Kuepper, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Australien ist kein klassisches Wasserfall-Reiseziel — der Kontinent ist zu groß, zu trocken, zu weit. Aber wer die richtigen Regionen kennt, findet Fälle, die auf globaler Ebene außergewöhnlich sind: der höchste Einzelsturz der Südhalbkugel, die saisonal überfluteten Schluchten des Norden Territoriums, und die stillen Farnwälder Tasmaniens. Die Entfernungen erfordern Planung, die Belohnung ist entsprechend.

1. Wallaman Falls, Queensland

Der Wallaman Falls im Girringun National Park ist mit 268 Metern Höhe Australiens höchster permanenter Einzelsturz. Der Herbert River fällt von einer Basaltkante der Atherton Tablelands in die Tropenwald-Schlucht darunter. Fahrtzeit von Cairns etwa zwei Stunden. Aussichtsplattform am Rand; Abstieg in die Schlucht über einen vier Kilometer langen Fußweg. Beste Wasserführung nach der Regenzeit, Februar bis Mai.

2. Jim Jim Falls, Northern Territory

Der Jim Jim Falls im Kakadu National Park fällt 150 Meter von einer Sandsteinwand in ein tiefes, klares Becken. Zugang nur in der Trockenzeit (Mai bis Oktober) über eine 60 Kilometer lange 4WD-Piste; in der Regenzeit ist der Fall zwar auf dem Höhepunkt, aber nicht erreichbar. Das Becken gilt als eines der schönsten Schwimmziele des Nordens. Helikopterflüge aus dem Park sind eine Alternative.

3. Mitchell Falls, Western Australia

Die Mitchell Falls (Punamii-unpuu) im Kimberley sind ein mehrstufiger Katarakt, der in vier Stufen über roten Sandstein in die Mitchell River-Schlucht fällt. Zugang entweder per Helikopter ab Drysdale River Station oder über einen neun Kilometer langen Fußweg durch buschige Savanne. Nur in der Trockenzeit zugänglich. Ein UNESCO World Heritage-Nominierungsantrag ist für das Kimberley-Gebiet anhängig.

4. Russell Falls, Tasmanien

Die Russell Falls im Mount Field National Park sind Tasmaniens bekanntester Fall — ein dreistufiger Schleierfall, der durch dichten Farnwald fällt, 40 Meter hoch. Der gepflasterte Weg von der Parkeinfahrt ist 1,2 Kilometer lang und auch für Kinderwagen geeignet. Im Hinterland des Parks befinden sich höhere, weniger bekannte Fälle wie der Horseshoe Falls (53 m). Ganzjährig zugänglich; Tasmaniens feuchtes Klima garantiert Wasserführung.

5. Twin Falls, Northern Territory

Wenige Kilometer vom Jim Jim Falls entfernt, ist der Twin Falls ein flacherer, breiter Katarakt, der über eine Sandsteintefrasse in ein grünes Becken fließt. Zugang in der Trockenzeit per 4WD und einem kurzen Schlauchboot-Transfer durch eine Schlucht. Die Sandstrand am Becken ist außergewöhnlich. Kombination mit Jim Jim Falls als Tagestour üblich.

6. Cathedral Falls, Queensland

Die Cathedral Falls im Wet Tropics Rainforest nördlich von Cairns fallen durch mehrstufiges dichtes Regenwaldbewuchs. Zugang über wenig besuchte Forstwege; lokale Guides empfohlen für die Orientierung. Die Wasserführung ist stark saisonal; bestes Timing März bis April nach dem Ende der Hauptregenzeit.

7. Wentworth Falls, New South Wales

Die Wentworth Falls in den Blue Mountains fallen in drei Stufen insgesamt 187 Meter in das Jamison Valley. Aussichtsplattform direkt an der Straße nahe dem Dorf Wentworth Falls; Abstieg über den National Pass (7 km Rundweg) führt hinter der mittleren Stufe vorbei. Das Sandstein-Ampitheater darunter ist geologisch bemerkenswert. Zugänglich von Sydney in etwa 90 Minuten.

8. Bridal Veil Falls Leura, New South Wales

Wenige Kilometer von Wentworth Falls entfernt, fällt der Leura Falls vom Klippenrand der Blue Mountains in einer dünnen Schleier-Kaskade. Kurzer gepflasterter Weg vom Parkplatz. Im Frühjahr (September bis November) zusätzlich umgeben von blühenden Wachendorfias. Häufig fotografiert vom Gordon Falls Lookout mit Blick entlang der Kliffkante.

9. Erskine Falls, Victoria

Die Erskine Falls in den Otway Ranges fallen 30 Meter in einen kühlen Schluchtwald aus Baumfarnen und Sassafras. Gepflasterter Weg (1,4 km) vom Parkplatz, oder ein längerer Abstieg über den Lower Erskine Track (4 km) führt an weiteren kleineren Stufen vorbei. Ganzjährig zugänglich; das gemäßigt-feuchte Klima der Otwayküste sorgt für konstante Wasserführung.

10. Florence Falls, Northern Territory

Die Florence Falls im Litchfield National Park, etwa 120 Kilometer südlich von Darwin, sind ein doppelter Sturz über roten Sandstein in ein tiefes, klares Becken, das zum Schwimmen freigegeben ist. Gepflasterter Abstieg 135 Stufen. Neben den Florence Falls befinden sich im Litchfield Park die Wangi Falls, ebenfalls schwimmbar. Trockenzeit Mai bis Oktober; in der Regenzeit geöffnet, aber gesperrte Schwimmzonen.

Planung einer Australien-Wasserfall-Reise

Australiens Wasserfälle sind auf vier sehr verschiedene Klimazonen verteilt: tropischer Norden, semiarid-er Westen, gemäßigtes Südosten und die subantarktischen Wälder Tasmaniens. Eine Reise, die alle Hauptziele abdeckt, erfordert entweder viel Zeit oder fokussierte regionale Planung. Der tropische Norden ist in der Trockenzeit am besten zugänglich; Tasmanien und Victoria sind ganzjährig möglich, am schönsten nach Regen.

4WD und Schlauchboot: Zugangstechnik für Kakadu

Jim Jim Falls und Twin Falls im Kakadu National Park erfordern beide eine 4WD-Fahrt auf einer 60 Kilometer langen Schotterpiste, die auf öffentlichem Weg für Standardfahrzeuge nicht befahrbar ist. Jim Jim hat zusätzlich einen kurzen Fußweg über Felsen; Twin Falls erfordert nach der Piste einen Schlauchboot-Transfer durch eine Wasserenge zwischen Sandstein-Klippen — dieser Transfer wird im Park selbst organisiert und kostet eine kleine Gebühr. Beide Fälle sind in der Trockenzeit (Mai bis Oktober) zugänglich; in der Regenzeit sind die Pisten überflutet. Die gesamte Tour zu beiden Fällen ist ein langer Reisetag ab Jabiru (Kakadu-Hauptort); Übernachtung im Park wird empfohlen.

Der tropische Norden: Timing ist alles

Kakadu, Litchfield und Kimberley — der gesamte tropische Norden Australiens — hat eine Zweiteilung des Jahres: Wet Season (Regenzeit, November bis April) und Dry Season (Trockenzeit, Mai bis Oktober). In der Trockenzeit sind Jim Jim Falls, Florence Falls und Mitchell Falls alle zugänglich; in der Regenzeit sind viele Straßen überflutet und der Zugang per 4WD oder Helikopter nötig oder unmöglich. Aber: In der Regenzeit führen diese Fälle zehnmal mehr Wasser. Wer das volle Volumen sehen will, bucht einen Flug-Charter; wer die Fälle zu Fuß erkunden will, kommt in der Trockenzeit.

Tasmaniens Wasserfall-Wald

Tasmanien hat ein feuchtes, gemäßigtes Klima, das ganzjährig Niederschlag liefert. Das bedeutet: konstante Wasserführung ohne ausgeprägte Trockenzeit, und einen alten Baumfarn-Wald, der den Wasserfällen einen anderen visuellen Charakter gibt als irgendwo sonst in Australien. Der Myrtle-Beech und die hohen Baumfarne (Dicksonia antarctica) um die Russell Falls sehen älter und fremder aus als die kontinentalen Eukalyptus-Wälder. Tasmanien lohnt als eigenständiges Wasserfall-Reiseziel; der Mount Field National Park kombiniert Russell Falls mit einem Tagesausflug zur Hochland-Tarn-Landschaft.

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