Die 10 schönsten Wasserfälle Deutschlands
Deutschlands Wasserfälle erreichen nicht den Maßstab der eigentlichen Alpen oder der nordischen Länder, doch das Land hat mehr zu bieten, als sein Ruf vermuten lässt. Der Schwarzwald, die bayerischen und Allgäuer Alpen sowie die bewaldeten Mittelgebirge von Harz und Sauerland bergen alle Fälle, gespeist von Regen und Schneeschmelze. Viele sind von dichtem Wald umrahmt und durch gut ausgeschilderte Wege verbunden. Die Auswahl spannt sich über die Bergregionen des Landes und mischt die berühmten mit den still beeindruckenden. Alle zehn sind auf der Karte.
1. Triberger Wasserfälle, Baden-Württemberg
Die Triberger Wasserfälle im Schwarzwald zählen zu Deutschlands höchsten: Hier stürzt die Gutach 163 Meter in sieben Kaskaden über Granitstufen. Ein Wegenetz steigt durch den Wald neben den Fällen empor, mit Aussichtspunkten auf jeder Stufe. Die Stadt Triberg erhebt Eintritt zum Park. Am stärksten nach Schneeschmelze und Regen; die Fälle fließen ganzjährig und gefrieren in strengen Wintern spektakulär.
2. Röthbachfall, Bayern
Der Röthbachfall oberhalb des Obersees am Königssee ist Deutschlands höchster Wasserfall und stürzt rund 470 Meter vom alpinen Plateau herab. Er ist nur per Boot über den Königssee nach St. Bartholomä und dann zu Fuß am Obersee vorbei erreichbar — ein Halbtagesausflug. Gespeist von der Schneeschmelze, ist er im Frühsommer am stärksten und kann im trockenen Spätsommer versiegen.
3. Wimbachfälle und die Wimbachklamm, Bayern
Die Wimbachklamm bei Ramsau im Berchtesgadener Land ist eine Schlucht, in der der Wimbach in einer Kette von Kaskaden durch eine enge Felsspalte stürzt. Holzstege schmiegen sich an die Schluchtwände. Sie ist eines der meistbesuchten Naturziele der Berchtesgadener Alpen, leicht erreichbar und bei frühlingshaftem Hochwasser wunderschön.
4. Todtnauer Wasserfall, Baden-Württemberg
Der Todtnauer Wasserfall im südlichen Schwarzwald stürzt 97 Meter, wo der Stübenbach über eine Granitstufe fällt — einer der höchsten natürlichen Fälle der Region. Ein Waldweg führt daneben hinauf, mit Aussichtspunkten. Sie fließen ganzjährig, am stärksten im Frühjahr, und bilden im Winter Eis — ein beliebter Eiskletterort.
5. Partnachklamm, Bayern
Die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen ist eine dramatische Schlucht, in der die Partnach durch eine 700 Meter lange, bis zu 80 Meter tiefe Felsspalte rauscht. Ein in die Wände getunnelter und gebrückter Weg folgt dem Wildbach. Im Winter hängen riesige Eiszapfen von den Überhängen. Gespeist von der alpinen Schneeschmelze, ist sie im späten Frühjahr und Frühsommer am kraftvollsten.
6. Allerheiligen-Wasserfälle, Baden-Württemberg
Die Allerheiligen-Wasserfälle bei Oppenau im nördlichen Schwarzwald stürzen rund 83 Meter in sieben Kaskaden durch eine bewaldete Schlucht neben den Ruinen eines mittelalterlichen Klosters. Ein Treppenweg folgt dem Wasser vom Kloster hinauf. Die Verbindung aus Fällen und gotischer Ruine macht den Ort zu einem der stimmungsvollsten der Region.
7. Romkerhaller Wasserfall, Niedersachsen
Der Romkerhaller Wasserfall im Harz stürzt rund 64 Meter neben der Straße durch das Okertal. Ungewöhnlich: Der Fall ist teils künstlich — im 19. Jahrhundert wurde ein Bach über die Klippe geleitet, um für das nahe Schlossanwesen die Kaskade zu schaffen. Er fließt ganzjährig und ist direkt von der Straße aus sichtbar.
8. Gütersteiner Wasserfall, Baden-Württemberg
Der Gütersteiner Wasserfall bei Bad Urach auf der Schwäbischen Alb stürzt rund 37 Meter über Kalktuffterrassen in einem bewaldeten Seitental. Er ist Teil einer beliebten Rundwanderung, die auch den höheren Uracher Wasserfall besucht. Der Tuff — poröser Kalkstein, vom mineralreichen Wasser abgelagert — verleiht den Fällen ihre charakteristische moosige, gestufte Form.
9. Tatzelwurm-Wasserfall, Bayern
Der Tatzelwurm-Wasserfall bei Oberaudorf in den bayerischen Alpen stürzt in zwei Stufen durch eine enge Felsschlucht, gespeist vom Auerbach. Benannt nach einem sagenhaften Alpendrachen, sind die Fälle über einen kurzen Waldweg erreichbar und beliebt auf der Route zwischen dem Inntal und dem Sudelfeldpass. Am stärksten zur Frühjahrsschmelze.
10. Uracher Wasserfall, Baden-Württemberg
Der Uracher Wasserfall bei Bad Urach stürzt rund 37 Meter über eine Tuffklippe in einem Buchenwald auf der Schwäbischen Alb. Ein steiler, aber kurzer Weg steigt zur Krone hinauf, wo der Bach aus einem Seitental tritt. Er ist eine der meistbesuchten Naturattraktionen der Alb, wunderschön im Herbstlaub und nach Frühjahrsregen.
Eine Wasserfallreise durch Deutschland planen
Der Schwarzwald birgt das dichteste Cluster — Triberg, Todtnau und Allerheiligen lassen sich auf einer Zweitagesfahrt durch den Südwesten verbinden. Die bayerischen Alpen um Berchtesgaden und Garmisch (Röthbachfall, Wimbachklamm, Partnachklamm) lohnen einige Tage vor Ort. Die Schwäbische Alb (Urach, Güterstein) ist ein leichter Tagesausflug ab Stuttgart. Schneeschmelze und Regen im Frühjahr (April bis Juni) bringen den Höchstfluss in den Bergen; im Winter bilden sich dramatische Eisgebilde.
Klammen gegen offene Fälle
Viele der schönsten Wasserschauspiele Deutschlands sind keine frei stürzenden Kaskaden, sondern Klammen — die Partnachklamm, die Wimbachklamm und andere — wo ein Wildbach durch eine enge Felsspalte schneidet. Diese Klammen bieten ein anderes Erlebnis als ein offener Wasserfall: Statt einen einzelnen Sturz aus der Ferne zu betrachten, führen Stege ins Gestein hinein, neben und über das rauschende Wasser. Am dramatischsten sind sie bei Hochwasser und verlangen Vorsicht, da die Wege überflutet oder vereist sein können. Diese Unterscheidung hilft bei der Planung, denn eine Klamm ist eine Durchwanderung, kein Aussichtspunkt.
Plane deine nächste Tour
Jeder oben genannte Wasserfall ist auf der interaktiven Karte verzeichnet — filtern Sie, um eine Schwarzwald-Kaskadentour zu planen oder eine Reise in die bayerischen Alpen mit den Klammen von Berchtesgaden und Garmisch.