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Die 10 schönsten Wasserfälle in Brasilien

Foz do Iguaçu, Paraná, Brazil
Photo: SamirNosteb, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Brasilien besitzt einige der eindrucksvollsten Wasserfälle der Welt — und einen, der als schlechterhin größtes Wasserfall-System der Erde gilt. Zwischen dem UNESCO-Welterbe an der argentinischen Grenze und den Hochebenen der Serra Gaúcha liegen Fälle, die von kaum einem internationalen Besucher gefunden werden. Die Dimensionen Brasiliens machen eine Wasserfall-Reise zu einem regionalen Projekt.

1. Foz do Iguaçu, Paraná

Die Iguazu-Fälle an der brasilianisch-argentinischen Grenze sind ein System von 275 einzelnen Kaskaden, das sich über 2,7 Kilometer Breite erstreckt. Der Iguaçu River fällt im Mittel 64 Meter in die Schlucht; die Teufelsrachen-Sektion (Garganta do Diabo) auf argentinischer Seite erreicht 82 Meter. Die brasilianische Seite bietet die Panoramaperspektive; die argentinische Seite die Nahsicht und Gehwege über die Fälle. UNESCO-Welterbe auf beiden Seiten. Maximale Wasserführung April bis Mai.

2. Cascata do Caracol, Rio Grande do Sul

Der Caracol Falls nahe Canela in der Serra Gaúcha des Bundesstaates Rio Grande do Sul fällt 131 Meter von einer Basaltkante in den Caracol Canyon. Der Staatspark mit Aussichtsplattform ist eines der meistbesuchten Naturziele des Südens. Ein Aufzug am Rand des Canyons bringt Besucher zur Basis; die Basaltgeologie ist der der europäischen Mittelgebirge verblüffend ähnlich.

3. Salto do Yucumã, Rio Grande do Sul

Der Salto do Yucumã am Pelotas River gilt als der längste Querfallsturz (Katarakt über eine Schwelle quer zum Flussbett) der Welt: 1.800 Meter Breite bei einer Sturzhöhe von bis zu zwölf Metern. Das macht ihn nicht zum höchsten, aber zum horizontal ausgedehntesten Wasserfall Brasiliens. Das Turvo State Forest liegt nahe der Grenze zu Argentinien; Zugang über Derrubadas.

4. Salto Curucaca, Santa Catarina

Der Salto Curucaca im Süden von Santa Catarina ist ein zweistufiger Sturz über Basaltstufen von insgesamt rund 80 Metern. Das Einzugsgebiet des Chapecó River speist ihn; die Wasserführung ist im Winter (Juni bis August) am höchsten. Wenig touristisch erschlossen; lokale Reiseführer sind für den Zugang empfohlen.

5. Cachoeira Casca d'Anta, Minas Gerais

Die Casca d'Anta im Nationalpark Serra da Canastra ist der Ursprungsfall des São Francisco River, der über eine 186 Meter hohe Basaltklippe fällt. Der São Francisco ist einer der längsten Flüsse Südamerikas; dieser Fall an seiner Quelle ist symbolisch bedeutsam. Der Nationalpark ist vier bis fünf Stunden von Belo Horizonte entfernt. Bestes Timing nach der Regenzeit, März bis April.

6. Cachoeira do Tabuleiro, Minas Gerais

Der Tabuleiro Falls im Ibitipoca-Gebirge von Minas Gerais gilt mit einer Gesamtsturzhöhe von 273 Metern als einer der höchsten Brasiliens — je nach Messmethode gelistet als zweithöchster oder dritthöchster. Zustieg über einen sechs bis acht Kilometer langen Wanderweg vom Dorf Conceição do Ibitipoca; der Weg durch atlantischen Regenwald ist das eigentliche Erlebnis.

7. Cachoeira do Pedreira, Amazonas

Ein wenig bekannter mehrstufiger Wasserfall am oberen Uaupés River im westlichen Amazonas-Bundesstaat, zugänglich nur per Boot von São Gabriel da Cachoeira. Das Wasserfall-System liegt in indigenem Gebiet; Besuche erfordern Genehmigung der FUNAI (Indigenen-Behörde). Die Schönheit des Umfelds — schwarzes Amazonas-Wasser, Granitfelsen, Regenwald — ist außergewöhnlich.

8. Cascata do Salomão, Rio Grande do Sul

Die Cascata do Salomão liegt in der Umgebung der Stadt Pelotas im äußersten Süden Brasiliens, nahe der uruguayischen Grenze. Ein 40 Meter hoher Sturz in bewaldeter Hügellandschaft, weitgehend unbekannt außerhalb der Region. Lokales Ausflugsziel mit ganzjährigem Zugang.

9. Salto do Apepú, Paraná

Im Nationalpark Iguaçu, brasilianische Seite, befinden sich neben den Hauptfällen auch wenig besuchte Nebenkaskaden im Landesinneren des Parks, zu denen längere Wanderwege führen. Der Salto do Apepú ist einer dieser weniger besuchten Punkte mit direkter Felsnähe.

10. Khone Phapheng, Laos (Vergleich: Salto Bela Vista, Paraná)

Zum Vergleich mit dem südlichen Brasilien: Der Salto Bela Vista am Iguaçu River, oberhalb des Hauptsystems, bietet Zugang zu Stromschnellen-Strukturen, die durch den Itaipu-Staudamm größtenteils überflutet wurden. Reste des ursprünglichen Flusslaufs sind in Niedrigwasserphasen sichtbar.

Planung einer Brasilien-Wasserfall-Reise

Foz do Iguaçu ist per Direktflug von São Paulo in einer Stunde erreichbar und kombinierbar mit der argentinischen Seite — ein Grenzübertritt am Brückenübergang Ponte Internacional da Amizade ist ohne Visum für EU-Staatsangehörige möglich. Die Wasserfälle der Serra Gaúcha liegen nahe Gramado und Canela, einem bekannten deutschen Einwanderer-Kulturzentrum im Süden; die Kombination aus europäisch geprägter Architektur und atlantischen Wasserfällen ist in dieser Form weltweit einzigartig. Nordbrasilianische Ziele wie der Pedreira-Fall im Amazonas erfordern erheblich mehr Planung, Zeit und Budget.

Iguazu-Saisonalität

Die Iguazu-Fälle haben eine ausgeprägte Saisonalität: Die Wasserführung des Iguaçu River hängt von den Niederschlägen im brasilianischen Hochland (Serra Geral) ab. Maximale Wasserführung typischerweise April bis Mai nach der sommerlichen Regenzeit in Südbrasilien; minimale Wasserführung August bis Oktober. In Trockenjahren können Teile der 275 Einzelkaskaden vollständig austrocknen; in Flutjahren (wie 2014) werden die Zugangsbrücken geschlossen, weil der Wasserpegel die Stege übersteigt. Der Garganta del Diablo-Steg auf argentinischer Seite ist bei sehr hohem Pegel aus Sicherheitsgründen geschlossen. Aktuelle Pegelstände und Zugangsinformationen veröffentlichen beide Nationalparkverwaltungen auf ihren offiziellen Websites.

Iguaçu: Brasilien gegen Argentinien

Die häufigste Diskussion unter Iguaçu-Besuchern ist die Seiten-Frage. Die brasilianische Seite gibt die Panorama-Perspektive: ein Weg entlang des Randes, der die gesamte Fallbreite auf einer Seite zeigt, plus Bootsfahrt zum Fuß des Horseshoe-Abschnitts. Die argentinische Seite gibt die Immersionsperspektive: mehrere Kilometer Wanderwege über und unter den Fällen, Stege über das Wasser, und den Garganta del Diablo-Laufsteg direkt über den mächtigsten Sektor. Wer beide Länder besucht — was empfohlen wird — braucht mindestens zwei Tage. Der argentinische Teil des Parks ist flächenmäßig größer und hat mehr Wanderweg-Optionen. Nachmittags bei Westsonne von brasilianischer Seite ist fotografisch am stärksten.

Tierwelt an Brasiliens Wasserfällen

Die Becken und Uferbereiche brasilianischer Wasserfälle sind Hotspots der Artenvielfalt. An Iguaçu sind Brüllaffen, Tapire und Coatis (Nasenbären) auf beiden Parkseiten reguläre Beobachtungen; Schmetterlinge der Gattung Morpho reflektieren das Licht des Sprühnebels mit irrisierendem Blau. An der Serra da Canastra (Casca d'Anta) lebt die Mähnenwolf-Population in offenen Campos-Cerrado-Landschaften nahe dem São Francisco River. Die Ecotourismus-Infrastruktur Brasiliens fördert seit den 1990er Jahren Wildtierbeobachtung als eigenständige Reisemotivation neben den Wasserfällen — die Kombination ist für naturinteressierte Besucher außergewöhnlich dicht.

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Brasiliens Wasserfälle sind auf der interaktiven Karte verzeichnet. Filtere nach Bundesstaat für regionale Tagesausflüge.