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Die 10 schönsten Wasserfälle Österreichs

Österreich ist alpin bis ins Mark, und seine Wasserfälle spiegeln das wider. Gletschergespeiste Wildbäche stürzen aus hohen Karen, Schmelzwasserflüsse graben Klammen durch den Kalkstein, und das Schmelzwasser schwillt in den warmen Monaten dramatisch an. Das Land beherbergt einen der höchsten Wasserfälle Europas und eine Reihe spektakulärer alpiner Klammen mit Stegen. Die meisten Fälle erreichen ihren Höhepunkt mit der Sommerschmelze von Juni bis August. Die Auswahl reicht über Salzburg, Tirol, Kärnten und die Steiermark. Alle zehn sind auf der Karte.

1. Krimmler Wasserfälle, Salzburg

Die Krimmler Wasserfälle im Nationalpark Hohe Tauern sind die höchsten Österreichs und zählen zu den höchsten Europas: Sie stürzen insgesamt 380 Meter in drei Hauptstufen an der Krimmler Ache. Ein gut angelegter Weg steigt über die volle Höhe mit zahlreichen Aussichtsplattformen und gewinnt rund 400 Höhenmeter. Gletschergespeist erreichen sie im Juni und Juli mit gewaltiger Gischt ihren Höhepunkt.

2. Gollinger Wasserfall, Salzburg

Der Gollinger Wasserfall bei Golling südlich von Salzburg stürzt rund 76 Meter in zwei Hauptstufen, wobei die obere aus einer höhlenartigen Felsspalte tritt. Ein kurzer Weg durch den Wald mit Brücken erreicht beide Ebenen. Gespeist vom Schwarzbach fließt er ganzjährig und ist im Frühjahr und Frühsommer am kraftvollsten; der untere Fall ist ein beliebtes Langzeitbelichtungsmotiv.

3. Stuibenfall, Tirol

Der Stuibenfall bei Umhausen im Ötztal ist Tirols größter Wasserfall und stürzt rund 159 Meter am Horlachbach. Ein Steig mit etwa 700 Stufen, Hängebrücken und einem Klettersteig führt daneben empor. Gletscher- und schneeschmelzgespeist ist er im Frühsommer am stärksten. Die Brücken über die Gischtzone machen ihn zu einem der dramatischsten zugänglichen Fälle Tirols.

4. Liechtensteinklamm, Salzburg

Die Liechtensteinklamm bei St. Johann im Pongau ist eine der tiefsten und engsten zugänglichen Klammen der Alpen, in der die Großarler Ache durch eine bis zu 300 Meter tiefe und stellenweise nur wenige Meter breite Spalte rauscht. Stege folgen dem Wildbach zu einem Wasserfall am Ende. Am dramatischsten ist sie zur hochsommerlichen Schmelze.

5. Gasteiner Wasserfall, Salzburg

Der Gasteiner Wasserfall stürzt mitten durch den Kurort Bad Gastein in drei Stufen von insgesamt rund 340 Metern — ein ungewöhnlicher Anblick eines großen alpinen Wasserfalls, eingerahmt von Belle-Époque-Hotels. Gespeist von der Gasteiner Ache fließt er ganzjährig und ist nachts angestrahlt. Die mittlere Stufe verläuft direkt unter der Straßenbrücke der Stadt.

6. Schleierfall, Tirol

Der Schleierfall im Kaisertal bei Kufstein ist ein zarter Schleierfall, der über eine überhängende Kalksteinwand stürzt und bei Kletterern beliebt ist, die den trockenen Fels daneben erklimmen. Das Wasser zerstäubt zu feiner Gischt — der Name sagt es. Am besten im Frühjahr und nach Regen; die umliegende Wilder-Kaiser-Kulisse zählt zu den schönsten Tirols.

7. Dr.-Vogelgesang-Klamm, Oberösterreich

Die Dr.-Vogelgesang-Klamm bei Spital am Pyhrn ist die längste Klamm Oberösterreichs, in der ein Bach durch eine enge Felsspalte über eine Reihe von Kaskaden und Gumpen hinabsteigt. Stege und Leitern überwinden rund 300 Höhenmeter. Am besten im späten Frühjahr und Sommer; die Klamm kann im Winter wegen Eis gesperrt sein.

8. Fallbach, Kärnten

Der Fallbach im Maltatal — dem Tal der stürzenden Wasser in Kärnten — ist einer der höchsten Einzelstürze Österreichs und plumpst rund 200 Meter über eine Wand. Das Maltatal birgt entlang seiner Länge dutzende Wasserfälle, gespeist von den Gletschern der Ankogelgruppe, und der Fallbach ist der auffälligste, von der Talstraße aus sichtbar. Am stärksten zur Sommerschmelze.

9. Riesachfälle, Steiermark

Die Riesachfälle im Untertal bei Schladming stürzen in Stufen von insgesamt rund 140 Metern unterhalb des Riesachsees. Ein Steig mit einer Hängebrücke quert die Klamm, und die Fälle sind Teil der beliebten Wanderung hinauf zum See in den Schladminger Tauern. Gespeist von Schnee und dem Seeabfluss, erreichen sie im Frühsommer ihren Höhepunkt.

10. Umbalfälle, Tirol

Die Umbalfälle im Virgental in Osttirol, innerhalb der Hohen Tauern, sind eine Reihe von Kaskaden an der Isel — einem der letzten frei fließenden Gletscherflüsse Österreichs. Ein Naturlehrpfad (der Wasserschaupfad) folgt den Fällen mit erläuternden Aussichtspunkten. Gletschergespeist aus der Venedigergruppe sind sie auf dem Höhepunkt der Sommerschmelze am lautesten und kraftvollsten.

Eine Wasserfallreise durch Österreich planen

Das Land Salzburg ist der reichste Stützpunkt, mit Krimml, Golling, Gastein und der Liechtensteinklamm allesamt binnen zwei Stunden. Tirol (Stuibenfall, Schleierfall, Umbalfälle) lohnt eine eigene Reise, ebenso das Kärntner Maltatal. Der Nationalpark Hohe Tauern konzentriert die großartigsten Gletscherfälle. Der Höchstfluss ist die Sommerschmelze von Juni bis August; Klammen können im Winter und frühen Frühjahr gefährlich oder gesperrt sein, wenn Eis und Hochwasser die Stege unsicher machen.

Gletscherzeit und der tägliche Flusszyklus

Ein Detail, das man für Österreichs gletschergespeiste Fälle — Krimml, Umbalfälle, Fallbach — kennen sollte: Ihr Fluss folgt neben dem saisonalen auch einem täglichen Rhythmus. An warmen Sommertagen erreicht die Gletscherschmelze nachmittags und abends ihr Maximum, sodass ein Fall um 16 Uhr deutlich voller sein kann als um 9 Uhr. Fotografen, die maximale Wassermenge suchen, sollten im Hochsommer spät am Tag kommen, während jene, die weicheres Licht und weniger Andrang wünschen, den ruhigeren Morgenfluss bevorzugen. Dieser Tageszyklus ist im Juli und August am stärksten ausgeprägt.

Auf der Karte erkunden

Jeder oben genannte Wasserfall ist auf der interaktiven Karte verzeichnet — filtern Sie, um eine Salzburg-Runde um Krimml und die Liechtensteinklamm oder eine Reise durch die Gletschertäler von Tirol und Kärnten zu planen.