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Die 10 schönsten Wasserfälle in Simbabwe

Simbabwe hat einen Wasserfall, der auf globaler Ebene zu den bekanntesten der Welt gehört, und einen zweiten, der zu den höchsten Afrikas zählt und kaum bekannt ist. Die Viktoriafälle an der Grenze zu Sambia definieren ein touristisches Zentrum; die Eastern Highlands nahe der mosambikanischen Grenze bieten stille Alternativziele in kühlem Bergklima. Diese zehn erfassen beide Welten. Alle Standorte sind auf der Karte vermerkt.

1. Mosi-oa-Tunya (Viktoriafälle), Matabeleland North

Die Viktoriafälle — auf Lozi-Sprache Mosi-oa-Tunya, „Der Rauch der donnert" — fallen 1.708 Meter breit und 108 Meter tief in die Zambezi-Schlucht. Das ist mehr Wassermasse auf einmal als irgendwo sonst auf der Erde: In der Flutzeit (März bis Mai) bis zu 500.000 Kubikmeter pro Minute. UNESCO-Welterbe gemeinsam mit dem sambischen Livingstone-Nationalpark (1989). Von der simbabwischen Seite aus bietet der Rainforest Trail 16 nummerierte Aussichtspunkte entlang der gesamten Fallbreite. Der Trail ist rund 1,2 Kilometer lang und verläuft gegenüber der Fallwand durch immergrünen Schluchtwald, der vom immerwährenden Sprühnebel lebt. In der Flutzeit (März bis Mai) steigt der Nebel über 400 Meter auf und macht weite Strecken des Trails trotz Regenjacke pitschnass. Der Eintritt auf der simbabwischen Seite kostet rund 30 USD (Stand 2024). Helikopter-Rundflug über die Schlucht und Gorge Swing an der Brücke sind die bekanntesten Aktivitäten.

2. Mtarazi Falls, Manicaland

Die Mtarazi Falls im Nyanga National Park nahe der mosambikanischen Grenze fallen 762 Meter — der zweithöchste Wasserfall Afrikas und unter den 15 höchsten weltweit. Der Mutarazi River springt von der Nyanga-Hochebene (rund 1.800 Meter ü. M.) in das Honde-Tal. Die Fälle bestehen aus zwei Abschnitten: ein oberer Sturz von etwa 257 Metern, dann ein Hauptsturz von rund 505 Metern. Zugang über einen 6 Kilometer langen Wanderweg vom Mutarazi-Point-Campingplatz im Nyanga National Park; der Aussichtspunkt am Rand des Hochplateaus gibt einen Blick senkrecht hinunter und weit über das Tal. Wenig internationaler Tourismus; der Park ist eher bei simbabwischen Wochenendausflüglern aus Harare bekannt. Bestes Flöde herrscht von November bis März nach der Regenzeit. Die Straße von Harare nach Nyanga (rund 265 Kilometer) ist gut asphaltiert und in drei bis vier Stunden befahrbar.

3. Pungwe Falls, Manicaland

Die Pungwe Falls im Nyanga National Park liegen am Oberlauf des Pungwe River, der von der Nyanga-Hochebene nach Mosambik fließt. Der Fall stürzt mehrstufig über Granit; der Pungwe River ist der wichtigste Fluss der Eastern Highlands. Zugang über die Route 103 (Nyanga–Mutare) auf einem rund 3 Kilometer langen Pfad ab Pungwe-Parkplatz. Die Hochebene liegt auf rund 1.800 Metern — auch im austral-sommerlichen November können die Nächte kühl sein. Der Umgebungswald ist Afro-Montaner Wald mit Wacholder, Podocarpus und Farnen; gelegentlich werden Samango-Affen und Sabelantilopen in der Parkumgebung gesichtet.

4. Bridal Veil Falls, Chimanimani

Die Bridal Veil Falls in den Chimanimani Mountains fallen als schmaler Schleier über eine Quartzit-Wand hinunter, etwa 10 Gehminuten vom Dorf Chimanimani entfernt. Der Sturz beträgt rund 50 Meter. Das Chimanimani-Massiv ist botanisch außergewöhnlich: zahlreiche endemische Orchideen, Heiden und Proteaceen gedeihen auf dem weißen Quarzit. Die Fälle liegen am Rand des Nationalparks; für das Wildnisinnere ist ein Permit erforderlich. Wanderwege ins Massiv starten beim basecamp nahe dem Dorf und erfordern ein bis zwei Übernachtungen im Busch für die schönsten Abschnitte. Chimanimani ist von Mutare in rund zwei Stunden Fahrt erreichbar.

5. Nyangombe Falls, Manicaland

Die Nyangombe Falls im Nyanga National Park sind ein breiter Katarakt des Nyangombe River über Granitblöcke in eine bewaldete Schlucht. Das Park-Camping-Gelände liegt in der Nähe; ein rundweg von 3 Kilometern verläuft entlang der Schlucht und bietet Aussichten auf verschiedene Höhen. Die umgebende Miombo-Vegetation (Brachystegia-Wälder) ist charakteristisch für die Eastern Highlands. Die Fälle sind ganzjährig zugänglich; in der Regenzeit (November bis März) erreichen sie volle Wasserführung. Der Zugang erfolgt über die geteerten Nationalpark-Straßen ab Nyanga-Stadt.

6. Cecil's Pond Falls, Manicaland

Die Fälle bei Cecil's Pond im Nyanga National Park liegen nahe des Rhodes-Damms am Nordteil des Parks. Das Gebiet war Teil der Ferienfarm von Cecil Rhodes; der heutige Park bewahrt die viktorianische Gartenanlage rund um den künstlichen Teich. Eine kleine Kaskade tritt am Steinwehr aus dem Teich aus — mehr historisches Artefakt als Naturfall, aber attraktiv in der Gesamtlandschaft aus Garten, Teich und umliegenden Hügeln. Der Weg um den Teich ist leicht und von jedem Nationalpark-Campingplatz erreichbar.

7. Murahwa Falls, Mutare

Die Murahwa Falls nahe Mutare, der viertgrößten Stadt Simbabwes und Hauptstadt der Manicaland Province, liegen im Murahwa Hill Recreation Park — einem Naturgebiet unmittelbar über dem Stadtzentrum. Der kurze Aufstieg von der Stadt dauert rund 30 Minuten und bietet neben den saisonalen Fällen einen Panoramablick auf Mutare und die Bvumba Mountains. Die Fälle führen hauptsächlich in der Regenzeit (November bis März) Wasser. Als städtisches Naherholungsziel ist der Park auch bei einheimischen Besuchern beliebt, nicht nur bei Touristen.

8. Chinyamukwakwa Falls, Manicaland

Chinyamukwakwa Falls im Chimanimani National Park fallen rund 60 Meter auf dem Fluss Haroni, der von der Kammlinie zur mosambikanischen Grenze hinunterläuft. Der Zugang ist anspruchsvoll: zwei Tage Fußmarsch vom Basecamp nahe Chimanimani-Dorf durch unwegsames Gelände. Das Chimanimani-Massiv gehört zu den wildesten Nationalparks Simbabwes und beherbergt mehrere vogelendemische Arten sowie seltene Orchideen. Für längere Wanderungen im Park ist ein Permit und eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich.

9. Inyangani-Bergwasserfälle, Manicaland

Die Flanken des Inyangani (2.592 Meter, höchster Berg Simbabwes) entwässern über mehrere Bäche, die bei ihrem Abstieg vom Plateau kleine Wasserfälle bilden. Der Aufstieg auf den Inyangani ist ein bekannter Tagesweg (rund 8 Kilometer, anspruchsvoll durch sumpfige Hochlandzone mit schlechter Sicht auf Nebel über 200 Tage im Jahr). Die Fälle entlang der Abstiegsrinnen sind nicht auf Standard-Tourismuskarten verzeichnet, aber während des Aufstiegs sichtbar. Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Fuß des Berges, erreichbar auf dem Nationalpark-Straßennetz ab Nyanga.

10. Horseshoe Falls, Matobo

Die Horseshoe Falls in der Umgebung des Matobo National Park — nicht zu verwechseln mit Niagara — sind ein kleiner, pittoresker Wasserfall in der Granitblock-Hügellandschaft der Matobo Hills. Die Matobo Hills sind UNESCO-Welterbe für ihre Sammlung prähistorischer Felsmalereien (San-Kunst) sowie als Grabstätte von Cecil Rhodes auf dem Gipfel „World's View". Bulawayo, die zweitgrößte Stadt Simbabwes, liegt rund 35 Kilometer nördlich. Tagesausflüge in den Park kombinieren die Fälle mit Felsmalerei-Besuch und Nashorntracking im Wildschutzgebiet. Der Park ist mit einem eigenen Fahrzeug oder im organisierten Tagesausflug ab Bulawayo gut erreichbar.

Victoria Falls: die beiden Seiten vergleichen

Die simbabwische Seite ist die Panoramaseite: Der Rainforest Trail verläuft parallel zur gesamten Fallbreite und bietet 16 nummerierte Aussichtspunkte von der Seite. In der Flutzeit (März bis Mai) ist der Sprühnebel so intensiv, dass Regenschutz obligatorisch ist und einzelne Aussichtspunkte durch Gischt kaum sichtbar bleiben. In der Trockenzeit (Oktober bis November) ist die Sicht auf manche Abschnitte freier, aber das Wasservolumen geringer. Die sambische Seite (Livingstone) gibt mehr Möglichkeiten, nahe an den Rand zu treten; die Aktivitäten-Industrie — Rafting, Bungee, Sundowner-Kreuzfahrten — ist dort noch ausgeprägter. Eine Grenzüberquerung für Tagesbesuch ist möglich; ein KAZA-Visum (Kaza Univisa) deckt beide Länder und ist an der Grenze erhältlich.

Helikopter und Gorge Swing

Die meistgebuchte Aktivität an den Viktoriafällen ist der Helikopter-Rundflug — der sogenannte „Flight of Angels" — der einen Blick aus der Luft auf die gesamte 1.708 Meter breite Fallbreite und die Zambezi-Gorge darunter gibt. Die Flüge dauern zehn bis 15 Minuten und bieten in der Flutzeit (März bis Mai) das eindrucksvollste Erlebnis, wenn der Sprühnebel höher als die Fälle selbst steigt. Der Gorge Swing an der Victoria Falls Bridge — der historischen Eisenbahnbrücke zwischen Simbabwe und Sambia — ist ein freier Schaukelschwung 104 Meter in die Zambezi-Schlucht hinunter. Weniger bekannt als der Bungee-Sprung, aber visuell spektakulärer in der Schluchterfahrung. Die Brücke liegt auf der Grenze; man passiert beide Zollstellen für die Aktivität. Bungee, Gorge Swing und Zipline werden von den gleichen Anbietern in Victoria Falls Town vermarktet.

Die Eastern Highlands als Alternative

Für Besucher, die Simbabwe über die Viktoriafälle hinaus erkunden wollen, sind die Eastern Highlands — Nyanga, Chimanimani, Bvumba — eine komplett andere Erfahrung: kühles Bergklima auf 1.500–2.500 Metern, Regenwald, Forellenbäche, botanische Gärten und gut ausgeschilderte Wanderwege. Mtarazi Falls und Pungwe Falls kombinieren sich mit dem Nyanga National Park zu einem mehrtägigen Programm. Mutare ist das regionale Zentrum mit Flugverbindungen nach Harare; die Straße von Harare nach Mutare (rund 265 Kilometer, gut asphaltiert) ist in drei bis vier Stunden befahrbar. Die beste Jahreszeit für die Hochlandfälle ist Juli bis September nach dem Ende der Regenzeit: der Wasserstand ist noch ordentlich, die Wege sind trocken, und die Temperaturen angenehm. Alle Wasserfälle sind auf der interaktiven Karte verzeichnet.