Die 10 schönsten Wasserfälle in Simbabwe
Simbabwe hat einen Wasserfall, der auf globaler Ebene zu den bekanntesten der Welt gehört, und einen zweiten, der zu den höchsten Afrikas zählt und kaum bekannt ist. Die Viktoriafälle an der Grenze zu Sambia definieren ein touristisches Zentrum; die Eastern Highlands nahe der mosambikanischen Grenze bieten stille Alternativziele in kühlem Bergklima. Diese zehn erfassen beide Welten.
1. Mosi-oa-Tunya (Viktoriafälle), Matabeleland North
Die Viktoriafälle — auf Lozi-Sprache Mosi-oa-Tunya, „Der Rauch der donnert" — fallen 1.708 Meter breit und 108 Meter tief in die Zambezi-Schlucht. Das ist mehr Wassermasse auf einmal als irgendwo sonst auf der Erde: In der Flutzeit (März bis Mai) bis zu 500.000 Kubikmeter pro Minute. UNESCO-Welterbe gemeinsam mit dem sambischen Livingstone-Nationalpark (1989). Von der simbabwischen Seite aus bietet der Rainforest Trail 16 nummerierte Aussichtspunkte entlang der gesamten Fallbreite. Helikopter-Rundflug über die Schlucht und Gorge Swing an der Brücke sind die bekanntesten Aktivitäten.
2. Mtarazi Falls, Manicaland
Die Mtarazi Falls im Nyanga National Park nahe der mosambikanischen Grenze fallen 762 Meter — der zweithöchste Wasserfall Afrikas und 15. höchste weltweit. Der Mutarazi River springt von der Nyanga-Hochebene in das Honde-Tal. Zugang über einen Wanderweg vom Nyanga National Park; der Aussichtspunkt liegt nahe des Waldes im oberen Teil des Parks. Wenig internationaler Tourismus; das ist ein Ziel für Menschen, die hohe Fälle und Abgeschiedenheit suchen.
3. Pungwe Falls, Manicaland
Die Pungwe Falls im Nyanga National Park liegen am Oberlauf des Pungwe River, der von Mosambik durchquert wird. Ein mehrstufiger Sturz über Granit; der Umgebungswald im Nyanga-Park ist Afro-Montaner Wald, geprägt durch Wacholder, Podocarpus und Farne. Wanderweg vom Park-Campingplatz.
4. Bridal Veil Falls, Chimanimani
Die Bridal Veil Falls (Mutarazi) in den Chimanimani Mountains fallen als schmaler Schleier über eine Granitplatte. Das Chimanimani-Massiv ist ein Wandergebiet mit Wegen ins Innere der Mountain Range; die Fälle liegen am Rand des Parks, zugänglich von der Basecamp-Zone. Die Chimanimani sind botanisch außergewöhnlich: zahlreiche endemische Orchideen und Heiden.
5. Nyangombe Falls, Manicaland
Die Nyangombe Falls im Nyanga National Park sind ein breiter Katarakt des Nyangombe River über Granitblöcke in eine bewaldete Schlucht. Das Park-Camping-Gelände liegt in der Nähe; der Fall ist ein Tagesausflug-Ziel für Gäste des Parks. Ganzjährig zugänglich; Regenzeit (November bis März) mit voller Wasserführung.
6. Cecil's Pond Falls, Manicaland
Die Fälle bei Cecil's Pond im Nyanga National Park liegen nördlich des Rhodes-Dams an einem ruhigen Wanderweg. Rhodes Nyanga war eine Ferienresidenz von Cecil Rhodes; der Bereich um den Teich ist historisch und landschaftlich. Wenig erschlossenes Ziel.
7. Murahwa Falls, Mutare
Die Murahwa Falls nahe Mutare, der viertgrößten Stadt Simbabwes, liegen im Murahwa Hill Recreation Park, einem Naturgebiet direkt über der Stadt. Kurzer Aufstieg von der Stadtmitte; Blick auf Mutare und die Bvumba Mountains. Städtisches Naherholungsziel.
8. Chinyamukwakwa Falls, Manicaland
Ein wenig erschlossener Wasserfall in den Inyanga-Bergen, zugänglich über Wanderwege im Nyanga National Park. Typisch für die stillen Fälle der Eastern Highlands, die ohne gute lokale Orientierung schwer zu finden sind.
9. Inyangani Bergwasserfälle, Manicaland
Die Flanken des Inyangani (2.592 Meter, höchster Berg Simbabwes) entwässern über mehrere Wasserfälle in das umliegende Hochland. Diese sind auf keiner Standard-Touristen-Karte; der Aufstieg auf den Inyangani ist ein bekannter Tagesweg (8 km, anspruchsvoll durch sumpfige Hochlandzone), und dabei entstehen Blicke auf diese namenlosen Fälle.
10. Horseshoe Falls, Matapo
Die Horseshoe Falls in den Matobo National Park-Umgebung — nicht zu verwechseln mit Niagara — sind ein kleiner, pittoresker Wasserfall in der Granitblock-Hügellandschaft der Matobo Hills (UNESCO-Welterbe für Felsmalereien). Ein Tagesausflug vom Bulawayo auf einem wenig markierten Pfad.
Viktoriafälle: praktische Informationen
Die simbabwische Seite der Viktoriafälle ist von Victoria Falls Town per Rikscha oder zu Fuß (15 Minuten) erreichbar. Der Eintritt in den Rainforest Trail kostet 30 USD (Stand 2024). Die sambische Seite ist besonders im Hochsommer (November bis Februar) interessant, wenn die simbabwische Seite durch niedrigen Wasserstand freiere Sicht bietet. Beide Seiten zusammen — Fährüberquerung am Grenzübergang möglich — geben das vollständige Bild.
Victoria Falls: die beiden Seiten vergleichen
Die simbabwische Seite ist die Panoramaseite: Der Rainforest Trail verläuft parallel zur gesamten Fallbreite und bietet 16 nummerierte Aussichtspunkte von der Seite. In der Flutzeit (März bis Mai) ist der Sprühnebel so intensiv, dass Regenschutz obligatorisch ist und einzelne Aussichtspunkte durch Gischt kaum sichtbar bleiben. In der Trockenzeit (Oktober bis November) ist die Sicht auf manche Abschnitte freier, aber das Wasservolumen geringer. Die sambische Seite (Livingstone) gibt mehr Möglichkeiten, nahe an den Rand zu treten; die Aktivitäten-Industrie — Rafting, Bungee, Sundowner-Kreuzfahrten — ist dort noch ausgeprägter. Eine Grenzüberquerung für Tagesbesuch ist möglich und sinnvoll; beide Visa (oder ein KAZA-Visum) im Voraus klären.
Helikopter und Gorge Swing
Die meistgebuchte Aktivität an den Viktoriafällen ist der Helikopter-Rundflug — der sogenannte „Flug des Engels" — der einen Blick aus der Luft auf die gesamte 1.708 Meter breite Fallbreite und die Zambezi-Gorge darunter gibt. Die Flüge dauern zehn bis 15 Minuten und sind saisonal das eindeutigste Bild der Fälle, insbesondere in der Flutzeit (März bis Mai), wenn der Sprühnebel höher als die Fälle selbst steigt. Der Gorge Swing an der Victoria Falls Bridge, der historischen Eisenbahnbrücke zwischen Simbabwe und Sambia, ist ein freier Schaukel-Schwung in die Zambezi-Schlucht — weniger bekannt als Bungee-Sprünge, aber spektakulärer in der visuellen Erfahrung der Schlucht. Die Brücke liegt auf der Grenze; man passiert beide Zollstellen für die Aktivität.
Die Eastern Highlands als Alternative
Für Besucher, die Simbabwe über die Viktoriafälle hinaus erkunden wollen, sind die Eastern Highlands — Nyanga, Chimanimani, Bvumba — eine komplett andere Erfahrung: kühles Bergklima, Regenwald, Wanderwege und eine dichte britisch-koloniale Architekturlandschaft in Mutare. Mtarazi Falls und Pungwe Falls kombinieren sich mit dem Nyanga National Park zu einem mehrtägigen Programm. Die Straße von Harare nach Mutare (300 Kilometer, gut asphaltiert) ist in drei bis vier Stunden machbar.
Alle auf einen Blick
Simbabwes Wasserfälle sind auf der interaktiven Karte verzeichnet. Filtere nach Region für die Planung der Eastern Highlands-Route.